Herzlich willkommen beim EX-IN NRW e.V.- Beteiligung von Experten durch Erfahrung
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Jobprofil - Sabine Grode

Ich habe meine Ausbildung zum Genesungsbegleiter im September 2016 abgeschlossen. Mein zweites Praktikum an der offenen Psychiatrie der Uniklinik in Köln führe ich bis heute weiter an zwei Tagen in der Woche als ehrenamtliche Mitarbeiterin.

Dieses Praktikum habe ich auf der Station durchgeführt, auf der ich selber noch vor zwei Jahren Patientin war und wo ich mit der EX-IN-Ausbildung zum ersten Mal bekannt gemacht wurde. Momentan arbeite ich dort noch ehrenamtlich, die Pflegedienstleitung will aber eine bezahlte Stelle schaffen, so dass ich dort in Zukunft auch für meine Tätigkeiten eine entsprechende finanzielle Wertschätzung bekommen könnte.

Die Stationen des gesamten Hauses der Psychiatrie wurden nach Krankheitsbildern neu „sortiert“. Ich arbeite auf der Station für Depressionen, Bipolar-affektive-, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, Demenz und Sucht. Angedacht ist, dass für jede Station des Hauses ein Genesungsbegleiter mit der entsprechenden Krankheitserfahrung eingestellt wird.

 

Meine Aufgaben:

Ansprechpartnerin für Patienten auf Station (wenn es mal wieder voll ist im Stationszimmer und wenig Zeit ist; wenn jemand zum Reden gesucht wird; um einen kurzen Spaziergang zu machen,....)
Begleitung von Patienten zu Therapien, aber auch von der Klinik nach Hause sowie Hilfestellung für die Zeit nach der Klinik zu Hause (Tagesstruktur, Umgang mit Erkrankung, etc.)
Einzelgespräche mit Patienten: Erfahrungsaustausch in Bezug auf Alltagsgestaltung, Kinder, Familie, Umgang mit der Erkrankung, Unterstützung in der Genesung, etc.
Organisation und Leitung der Gruppe „Gemeinsam genießen“ (stationsübergreifend, ca. 10-20 Teilnehmer). Am Wochenende backen die Patienten der Station Kuchen und laden damit zum Kaffeetrinken ein. Auch Patienten anderer Stationen sind eingeladen. Die Patienten kommen hier ins Gespräche miteinander und tauschen sich über ihre Erfahrungen in der Klinik, mit ihrer Erkrankung, dem Umgang mit Ärzten, Medikamenten, den Therapien, etc. aus. Hier führe ich oft „informelle“ Gespräche aus denen sich dann häufig Einzelgespräche (s.o.) ergeben.

Interessierten Patienten berichte ich hier vom Berufsbild desGenesungsbegleiters und über Inhalte der Ausbildung.

Moderation und Unterstützung der „Genesungsgruppe“ (ca. 8-15 Teilnehmer). Die Genesungsgruppe ist ein Forum für Patienten der Station in ihren unterschiedlichen Stadien ihrer Genesung. Die Themen sind frei wählbar. Die Moderation findet im Hintergrund statt. Alle sollen sich hier auf Augenhöhe begegnen und über ihren Genesungsweg austauschen.
Teilnahme und Mitwirkung an den Übergaben und Teamsitzungen sowie Supervisionen.

 

Schon als Patientin habe ich mich auf dieser Station sehr wohl gefühlt, da das Team  sehr wertschätzend und professionell mit den Patienten umgeht. Die Pflege arbeitet nach dem „Gezeiten-Modell“, das den Patienten als selbstverantwortlichen Menschen im Mittelpunkt der Genesung sieht, der durch die Erkrankung „Schiffbruch“ erlitten hat und nun in der Klinik nach seinem Tempo und seinen Möglichkeiten unter Mithilfe von Ärzten, Therapeuten, Pflegern, Schwestern wieder „seetauglich“ für das Leben gemacht werden soll. Dazu finden u.a. wöchentliche Bezugspflegegespräche statt, in denen der vom Patienten erzählte und empfundene Fortschritt oder Stillstand seiner Genesung dokumentiert wird. Dabei steht der Mensch, seine individuelle Lebensgeschichte und Genesung im Mittelpunkt sowie ein selbstverantwortlicher Umgang mit der Erkrankung. Gerade dieser Aspekt hat mich, auch aus eigener Erfahrung, sehr für die Arbeit dort eingenommen.

Der Austausch innerhalb des Teams findet regelmäßig und intensiv statt, wovon sowohl die Patienten als auch ich sehr profitieren. Ich lerne jeden Tag Neues in Bezug auf Krankheitsbilder und Möglichkeiten des Umgangs und der Therapie.

Die einzelnen Patienten werden vom Team genau in ihrer Entwicklung, ihrem Verhalten auf der Station, im Umgang mit den verschiedenen Profis mehrmals täglich besprochen und es wird versucht, die für den Patienten bestmöglichste Form der Behandlung zu finden. Auch ich werde nach meiner Meinung und Einschätzung befragt. Das Team ist bei Fragen oder Schwierigkeiten sehr offen und unterstützt mich, wenn ich Hilfe brauche.

 

Nach meiner Erfahrung kann ich hier vielen Patienten Hoffnung, Zuversicht und eine Perspektive vermitteln, dass es auch mit einer psychischen Erkrankung möglich ist, ein wertvolles und befriedigendes Leben zu führen. Aufgrund meiner eigenen Krankheitserfahrung vertrauen mir die Patienten oft mehr an, als den Pflegern und Ärzten. Die große Offenheit des Teams lässt es zu, dass ich gerade deshalb vertrauensvoll eingesetzt werde und wertvolle Aspekte über einzelne Patienten rückmelden kann, die wiederum positiv für den allgemeinen Genesungsprozess des Einzelnen, als auch für den Klinikalltag sind.

Der erste Kontakt mit den Patienten ist meistens offen und interessiert, später vertrauensvoll. Manchmal brauchen akut erkrankte Patienten erst einige Zeit, um soweit stabil zu sein, dass sie mit mir sprechen können bzw. wollen, was ich gut nachvollziehen kann. Ich habe gelernt, Geduld zu haben. Jeder braucht seine Zeit und hat ein unterschiedliches Tempo; jeder Genesungsweg ist individuell und ich merke, dass Zurückhaltung von meiner Seite aus auch sehr hilfreich ist für die Patienten und die Rückmeldung im Team.

Im Umgang mit Patienten merke ich außerdem, dass ich aufgrund meiner Selbsterfahrung viel deutlicher und klarer sein kann. Ich weiß, dass eine gewisse Disziplin und Härte gegen sich selber auch beim Genesungsprozess notwendig ist und die Patienten nehmen das meist auch gut an. Am wichtigsten ist es, dabei den Humor nicht zu verlieren. Wir lachen auch viel miteinander.

In den Gruppen kann ich auch wieder die Freude und Zufriedenheit spüren, die ich bei meiner langjährigen Tätigkeit als Lehrerin empfunden habe: Menschen auf dem Weg ihrer Weiterentwicklung eine Zeit lang begleiten und unterstützen zu können. 

 

Durch die Ausbildung zum Genesungsbegleiter habe ich mich weiter mit meiner Erkrankung und Genesung auseinandergesetzt und sie in vielen Teilen auch „versachlicht“, was sehr hilfreich für mich war. Außerdem habe ich eine Vielzahl an Techniken und Haltungen kennengelernt, die ich immer wieder als sinnvoll und hilfreich bei Patienten erlebe. Es macht mir große Freude, wenn ich sehe, wie Menschen anfangen, ihre Krankheit nicht nur als „negativ“ zu sehen, sondern auch als möglichen und wichtigen Entwicklungsschritt anfangen zu akzeptieren, wie das auch bei mir selbst der Fall war und ist.

Schließlich kann ich selber durch meine Rückmeldungen sowohl bei den Patienten als auch im Team wieder ein Gefühl von Sinnhaftigkeit und Selbstbewusstsein für mein heutiges Leben mit der Erkrankung erfahren. Ich fühle mich gebraucht und wert geschätzt. So wie ich den Patienten Mut machen kann, dass sie ihr Leben wieder selbstbestimmt leben lernen können, wenn sie etwas dafür tun, so kann auch ich mich jeden Tag mit meiner Tätigkeit als Genesungsbegleiter mit meiner Verantwortung für mich und andere auseinandersetzen. Dafür bin ich sehr dankbar.

 

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